Glossar

Touchpad-Begriffe von A bis Z

Von Präzisions-Touchpad bis Palm Rejection: die wichtigsten Begriffe rund um Touchpad und Touchscreen, kurz und verständlich erklärt.

Aktiver Stift Touchscreen

Ein aktiver Stift enthält Elektronik und kommuniziert mit dem Digitizer des Displays, statt nur passiv eine kapazitive Berührung vorzutäuschen. Dadurch erfasst er meist hunderte oder über tausend Druckstufen, die Neigung (Tilt) und schwebende Bewegungen über dem Glas. Verbreitete Protokolle sind Microsoft Pen Protocol (MPP), Wacom AES und Apple Pencil.

Clickpad Touchpad

Ein Clickpad ist ein Touchpad ohne separate physische Tasten. Die gesamte Oberfläche fungiert als ein einziger Klickschalter, während Rechts- und Linksklick über die Position des Fingers oder über Mehrfinger-Gesten unterschieden werden. Es ist heute der Standard bei nahezu allen modernen Notebooks und löste die älteren Touchpads mit getrennten Tastenleisten ab.

Digitizer Touchscreen

Der Digitizer ist die berührungsempfindliche Sensorschicht, die physische Berührungen in digitale Koordinaten umwandelt. Bei kapazitiven Displays liegt er als Gitter aus transparenten Elektroden über oder im Bildschirmpanel. Ein defekter Digitizer äußert sich durch tote Zonen, versetzte Eingaben oder geisterhafte Berührungen.

Diving-Board-Mechanik Touchpad

Die Diving-Board-Mechanik beschreibt die typische Bauform mechanischer Clickpads, bei der das Pad nur am oberen Rand befestigt ist und sich wie ein Sprungbrett nach unten biegt. Daraus folgt die bekannte Eigenheit, dass ein Klick am oberen Rand schwergängig oder gar nicht auslöst, während er unten leicht funktioniert. Haptische Touchpads umgehen dieses Problem, weil sie sich gar nicht physisch bewegen.

Drag-Lock Gesten

Drag-Lock hält einen begonnenen Ziehvorgang aktiv, auch wenn der Finger kurz vom Touchpad abgehoben wird. So lassen sich lange Strecken in mehreren Etappen markieren oder verschieben, ohne dass das Objekt losgelassen wird. Der Ziehmodus endet erst durch ein erneutes Antippen oder nach einer kurzen Zeitspanne ohne Kontakt.

Drei-Finger-Geste Gesten

Eine Drei-Finger-Geste wird mit drei gleichzeitig aufliegenden Fingern ausgeführt und ist auf Präzisions-Touchpads systemweit belegt. Unter Windows wechselt das Wischen nach oben in die Aufgabenansicht, nach unten zeigt es den Desktop, und seitliches Wischen schaltet zwischen Anwendungen um. Diese Gesten setzen einen funktionierenden Multi-Touch-Sensor voraus, der drei Kontaktpunkte sauber trennt.

Druckstufen Messung

Druckstufen geben an, in wie viele Abstufungen ein Eingabegerät den ausgeübten Anpressdruck auflösen kann. Aktive Stifte unterscheiden je nach Generation 1024, 2048 oder über 4096 Stufen, was für Zeichenanwendungen feine Linienstärken ermöglicht. Reine kapazitive Touchscreens kennen ohne Stift in der Regel keinen echten Druck, sondern leiten Stärke nur aus der Kontaktfläche ab.

ELAN Touchpad

ELAN (ELAN Microelectronics) ist neben Synaptics einer der größten Hersteller von Touchpad-Controllern in Notebooks. ELAN-Touchpads können entweder über herstellereigene Treiber oder über den Windows-Precision-Standard angesprochen werden. Welcher Treiber aktiv ist, lässt sich in den Windows-Einstellungen am Hinweis Präzisionstouchpad erkennen.

Force Touch Touchpad

Force Touch ist Apples drucksensitive Trackpad-Technologie, bei der sich die Oberfläche gar nicht mehr physisch bewegt. Vier Kraftsensoren an den Ecken messen den ausgeübten Druck grammgenau, während die Taptic Engine über einen linearen Aktuator ein Klickgefühl simuliert. Ein stärkerer Force Click löst zusätzliche Aktionen aus, etwa Nachschlagen oder eine Vorschau.

Gesten Gesten

Gesten sind festgelegte Bewegungsmuster mit einem oder mehreren Fingern, die ein Touchpad oder Touchscreen als Befehl interpretiert. Dazu zählen Tippen, Wischen, Zwei-Finger-Scrollen sowie Mehrfinger-Gesten zum Zoomen oder Umschalten von Fenstern. Auf einem Präzisions-Touchpad sind diese Gesten standardisiert und systemweit nutzbar.

Ghost Touch Touchscreen

Ghost Touch bezeichnet Berührungseingaben, die das Gerät registriert, obwohl der Bildschirm gar nicht angefasst wird. Ursachen sind oft ein defekter Digitizer, elektrische Störungen durch minderwertige Ladegeräte, Feuchtigkeit oder ein beschädigtes Display. Im Test zeigt sich der Fehler durch zufällig aufleuchtende Felder oder einen Cursor, der von selbst springt.

Glas-Touchpad Touchpad

Ein Glas-Touchpad besitzt eine Deckschicht aus Glas statt aus beschichtetem Kunststoff. Die glattere Oberfläche reduziert die Reibung für den Finger spürbar und nutzt sich deutlich langsamer ab als Kunststoff. Glas-Pads sind besonders bei höherwertigen Notebooks verbreitet und gehen häufig mit großzügigen Pad-Flächen einher.

Handballenerkennung Gesten

Die Handballenerkennung (Palm Rejection) unterscheidet gewollte Fingereingaben von versehentlichen Berührungen durch den aufliegenden Handballen. Die Auswertung erfolgt anhand von Größe, Form und Position der Kontaktfläche, sodass große, flächige Berührungen ignoriert werden. Eine schwache Palm Rejection führt beim Tippen zu springendem Cursor oder ungewollten Klicks.

Haptisches Touchpad Touchpad

Ein haptisches Touchpad verzichtet auf einen mechanischen Schalter und erzeugt das Klickgefühl über einen Vibrationsaktuator. Drucksensoren erkennen den Tastendruck, woraufhin ein kurzer Impuls die Empfindung eines physischen Klicks vortäuscht. Der Vorteil ist ein über die gesamte Fläche gleichmäßiges Klickerlebnis ohne die Schwächen der Diving-Board-Mechanik.

HID Technik

HID (Human Interface Device) ist die USB- und Bluetooth-Geräteklasse für Eingabegeräte wie Tastaturen, Mäuse und Touchpads. Sie definiert ein einheitliches Format, mit dem ein Gerät seine Funktionen meldet, sodass das Betriebssystem ohne speziellen Treiber damit umgehen kann. Präzisions-Touchpads melden ihre Mehrfinger-Daten über ein standardisiertes HID-Protokoll an Windows.

Hover Messung

Hover beschreibt das Erkennen eines Fingers oder Stifts, der sich knapp über der Oberfläche befindet, ohne sie zu berühren. Aktive Stifte zeigen so einen Schwebe-Cursor an und erlauben eine Vorschau der Eingabeposition. Bei Touchpads kann eine schwebende Hand fälschlich als Berührung registriert werden, was die Erkennung stören kann.

Kapazitiv Touchscreen

Ein kapazitiver Touchscreen erkennt Berührungen über die elektrische Kapazität, die der menschliche Körper an der Kontaktstelle verändert. Ein Gitter aus transparenten Elektroden misst diese Änderung und benötigt nur leichteste Berührung, unterstützt aber dafür echtes Multi-Touch. Die Eingabe funktioniert nur mit Fingern oder leitfähigen Stiften, nicht mit beliebigen harten Gegenständen.

Latenz Messung

Latenz ist die Verzögerung zwischen der Berührung und der sichtbaren Reaktion auf dem Bildschirm. Sie setzt sich aus der Touch-Sampling-Rate, der Verarbeitung im System und der Bildwiederholrate des Displays zusammen. Eine niedrige Latenz lässt Scrollen und Zeichnen direkt und reaktionsschnell wirken, während hohe Latenz die Eingabe träge anfühlen lässt.

Multi-Touch Touchscreen

Multi-Touch bezeichnet die Fähigkeit, mehrere Berührungspunkte gleichzeitig zu erfassen und auszuwerten. Kapazitive Displays unterstützen üblicherweise zehn oder mehr parallele Kontakte, was Gesten wie Pinch-Zoom und Drehen erst möglich macht. Resistive Touchscreens kennen meist nur eine einzelne Berührung, einfache Zwei-Punkt-Varianten ausgenommen.

Oleophobe Beschichtung Touchscreen

Eine oleophobe Beschichtung ist eine fettabweisende Schicht auf dem Displayglas, die Fingerabdrücke und Schlieren reduziert. Sie senkt die Reibung, sodass der Finger leichter über die Oberfläche gleitet, und erleichtert das Reinigen. Mit der Zeit nutzt sich die Beschichtung durch häufige Berührung ab, wodurch der Bildschirm griffiger wirkt und stärker verschmiert.

Pinch-Zoom Gesten

Pinch-Zoom ist die Zwei-Finger-Geste zum Vergrößern und Verkleinern. Werden die Finger auseinandergezogen, vergrößert sich der Inhalt, beim Zusammenführen verkleinert er sich. Die Geste setzt voraus, dass der Sensor zwei Kontaktpunkte und deren Abstandsänderung zuverlässig verfolgt.

Pointing Stick (TrackPoint) Touchpad

Ein Pointing Stick, bei Lenovo als TrackPoint bekannt, ist ein kleiner druckempfindlicher Stift zwischen den Tasten der Tastatur. Statt einer Bewegung wertet er die Richtung und Stärke des ausgeübten Drucks aus und steuert daraus die Zeigergeschwindigkeit. Der Vorteil ist eine Mausführung, ohne die Hände von der Schreibposition zu nehmen.

Präzisions-Touchpad Touchpad

Ein Präzisions-Touchpad (Precision Touchpad) folgt einem von Microsoft definierten Standard, bei dem Windows die Gestenverarbeitung direkt übernimmt. Dadurch entfallen herstellereigene Treiber, und Mehrfinger-Gesten sowie Einstellungen sind systemweit einheitlich. Ob ein Pad zertifiziert ist, zeigt der Hinweis Präzisionstouchpad in den Windows-Einstellungen.

PTP (Precision Touchpad) Technik

PTP steht für Precision Touchpad und bezeichnet das HID-basierte Protokoll, mit dem zertifizierte Touchpads ihre Rohdaten an Windows melden. Das Pad liefert dabei die einzelnen Kontaktpunkte, und das Betriebssystem berechnet daraus Zeigerbewegung und Gesten selbst. Diese Aufgabenteilung sorgt für gleichmäßiges Verhalten unabhängig vom Hardware-Hersteller.

Resistiv Touchscreen

Ein resistiver Touchscreen besteht aus zwei leitfähigen Schichten, die sich erst bei Druck berühren und so den Kontaktpunkt bestimmen. Dadurch reagiert er auf jeden Gegenstand wie Fingernagel, Handschuh oder Stift, erfordert aber spürbaren Druck. Resistive Panels sind robust und günstig, beherrschen jedoch in der Regel kein Multi-Touch und wirken weniger empfindlich.

Synaptics Touchpad

Synaptics ist einer der größten Hersteller von Touchpad-Controllern und prägte den Markt für Notebook-Eingabegeräte über Jahre. Synaptics-Touchpads lassen sich je nach Konfiguration über herstellereigene Treiber oder über den Windows-Precision-Standard betreiben. Das Unternehmen liefert zudem Controller für Touchscreens und Fingerabdrucksensoren.

Tap-Empfindlichkeit Technik

Die Tap-Empfindlichkeit legt fest, wie leicht und schnell eine Berührung als Tippen gewertet wird. Eine zu hohe Einstellung löst beim Tippen auf der Tastatur ungewollte Klicks aus, eine zu niedrige verschluckt gewollte Taps. In den Windows-Einstellungen lässt sich der Wert für Präzisions-Touchpads in mehreren Stufen anpassen.

Tap-to-Click Gesten

Tap-to-Click erlaubt das Auslösen eines Klicks durch leichtes Antippen des Touchpads, ohne es mechanisch herunterzudrücken. Ein Tippen mit einem Finger entspricht dem Linksklick, ein Tippen mit zwei Fingern in der Regel dem Rechtsklick. Die Funktion schont die Mechanik und beschleunigt die Bedienung, kann aber bei zu hoher Empfindlichkeit zu Fehlklicks führen.

Touch-Sampling-Rate Messung

Die Touch-Sampling-Rate gibt an, wie oft pro Sekunde der Sensor nach einer Berührung abfragt, gemessen in Hertz. Bei 60 Hz prüft das Gerät alle 16,6 Millisekunden auf eine Eingabe, bei 240 Hz entsprechend deutlich häufiger. Eine höhere Sampling-Rate senkt die Eingabelatenz, weshalb 120-Hz-Displays oft mit 240-Hz-Touch kombiniert werden, um verpasste Berührungen zu vermeiden.

Trägheits-Scrollen Gesten

Trägheits-Scrollen (Momentum) lässt den Inhalt nach einer schnellen Wischbewegung weiterlaufen und sanft auslaufen, als hätte er Masse. Die Geschwindigkeit beim Loslassen bestimmt, wie weit der Inhalt nachscrollt, bis er reibungsbedingt abbremst. Das Verhalten wirkt natürlich und erlaubt langes Scrollen mit wenigen Gesten.

Treiber Technik

Ein Treiber ist die Software, die dem Betriebssystem die Kommunikation mit der Touchpad- oder Touchscreen-Hardware ermöglicht. Bei Präzisions-Touchpads reicht der in Windows integrierte HID-Treiber, während herstellereigene Treiber von Synaptics oder ELAN zusätzliche Einstellungen bieten. Ein veralteter oder beschädigter Treiber ist eine häufige Ursache für aussetzende Gesten oder ein nicht reagierendes Pad.

Zwei-Finger-Scrollen Gesten

Zwei-Finger-Scrollen bewegt den Inhalt durch gleichzeitiges Ziehen von zwei Fingern über das Touchpad. Vertikales Ziehen scrollt nach oben oder unten, horizontales Ziehen zur Seite, je nach Anwendung. Die Geste ist der Standard auf Präzisions-Touchpads und ersetzt den früheren dedizierten Scrollbalken am Rand des Pads.